Bericht zum 1. Rheinbacher Halbmarathon "Rund um die Tomburg"

03 08 2005
Der Lauf ist schon wieder einen Monat her und ich bin immernoch nicht dazu gekommen einen Bericht zu schreiben. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen mit diesem Premierenlauf meine Veranstaltungsberichte wieder aufzunehmen.
Naja, das hol ich jetzt mal auf die Schnelle nach und hoffentlich finde ich auch mal die Zeit ein paar Erinnerungen zu den anderen Veranstaltungen der ersten Jahreshälfte niederzuschreiben!
Den ganzen Tag über war der Himmel bewölkt und bereits kurz nach dem Schülerduathlon ging ein kleiner Wolkenbruch nieder. War ja klar, die Sache mit dem Wetter, schließlich ist der 2. Juli mein Geburtstag. "I'm only happy when it rains..."
Während sich möglichst viele Umstehende unter unseren Active Bonn Stand flüchteten, spendierte ich anläßlich meines Geburtstags Kohlenhydrate in Gummitierform, die auch dankbar von den SSF Bonn Tria Kids angenommen wurden. Interessanterweise verbauchte ihr Trainer aber mehr davon als seine Schützlinge, die gerade ihren Duathlon bestritten hatten. ;-)
Bis zum Start des Halbmarathons, während die 10km Läufer ihre Runde drehten, sollte es dann aber erstmal trocken bleiben. Bis kurz vor dem Start war ich noch unentschlossen, was meine Kleidung anging. Tri-Tank oder doch lieber Shirt? Die 22°C wirkten kühl, verglichen mit der Hitze der letzten Tage, aber im Wald nimmt man das dann anders war, besonders wenn einem an Steigungen ordentlich warm wird. Und mit 302 Höhenmetern mußte man die Strecke ja durchaus hügelig nennen. Kurz vor dem Start kam dann auch die Ansage von Organisator Ulli Golla: "Leute, laßt es langsam angehen, durch den Regen ist die Luft im Wald extrem schwül! Wir wollen nicht, daß uns einer umkippt." Ca. 2km nach dem Start stellte sich das Tri-Tank dann auch als optimale Wahl heraus. ;-)
Nach dem Startschuß ging es vorne aber wie immer mit einem gutem Tempo los. Ich komme gut weg, befinde mich in einem vorderen Feld von etwa 20 Läufern, die sich vom Start weg abgesetzt haben, angeführt von einer ca. fünfköpfigen Spitzengruppe. Vorne mit dabei entdecke ich unseren (Team-Kollegen) Winni (Penno), wie immer mit einem Höllentempo unterwegs, da kann ich eh nicht mitgehen. Als ich aber auf dem ersten Kilometer noch an Joe (Körbs) vorbeigehe, beschließe ich etwas langsamer zu machen, schließlich kenn ich Joes Leistung.
Im Vorbeiziehen fragt er mich dann auch: "Was hast du denn vor?" Ich: "Auf flacher Strecke würde ich unter 1:25 angehen. Aber ich kann das Profil nicht ganz einschätzen." Joe: "Die Strecke hat's in sich." Egal, im Moment läuft's bei mir, und wenn es das einmal tut bringt es mir auch nichts schon Anfangs zu bremsen. Ich beschließe an der ersten Steigung Tempo wegzunehmen und hoffe bis dahin einen guten Pacemaker zu finden.
Während wir so durch den Rheinbacher Stadtwald laufen, fängt es jetzt gehörig an zu regnen. Und die Luft im Wald ist echt der Hammer. Ich bin so froh, jetzt kein Shirt zu tragen. die gut 20°C im strömenden Regen fühlen sich durch die hohe Luftfeuchtigkeit viel extremer an. Im Wald steigen Dunstschwaden auf. Eigentlich sollte sich langsam schlechte Laune einstellen, aber ich bewundere stattdessen die schöne Strecke, die die Merzbacher Trias ausgesucht haben.
Die Strecke wird von Teichen im Wald gesäumt, windet sich als Naturpfad zwischen den Bäumen hindurch, ab und an geht es über eine kleine Holzbrücke. Erinnert mich ein wenig an mein Trainingsrevier auf dem Bonner Venusberg, aber die Rheinbacher Strecke ist insgesamt schöner gelegen.
Naja, während ich noch in meinem Gedanken hänge, kommt die erste Steigung. Und ab da geht es fast ausschließlich bergauf. Ich suche nach jemanden, an dem ich mich tempomäßig orientieren kann, da kommt Team-Kollege Sascha (Heinsohn) in Sichtweite. Ich nutze die Chance, laufe noch die Lücke zu ihm zu und orientiere mich dann an seinem Tempo an der Steigung. Das funktioniert super. Wir haben ein ganz ähnliches Tempo und das verhindert, daß ich in dieser frühen Phase des Laufs überdrehe.
So geht es ganz gut voran. Wir scheinen nicht schlecht platziert zu sein. Sascha und ich einigermaßen vorne, unser Winni definitiv unter den ersten Fünf, läuft doch! ;-) Irgendwann haben wir dann auch die langgezogene Steigung hinter uns. Kurze Zeit später verlassen wir den Wald, es geht über asphaltierte Feldwege. Es wird ein wenig trist, da es in Strömen regnet.
Wir Zwei ziehen an einer Gruppe 10km Läufer vorbei, die uns sehr freundlich anfeuern. Bei dem Shitwetter tun die aufmunterneden Worte gut, vor allem weil wir jetzt sicher sind einigermaßen weit vorne zu sein. Die Aufmunterung können wir nur zurück geben und die Gruppe nochmal anfeuern, alles zu geben. Dann sind wir auch schon vorbei. Zur Rechten sieht man Rheinbach unten in der Ebene liegen, hinter Bindfäden von Regen. Und dann kommt die Tomburg-Ruine in Sicht. Hatte mir zunächst das Verlassen des Waldes garnicht gefallen, ändere ich meine Meinung innerhalb von Sekunden. Wahrscheinlich ist der Dauerregen an diesem Tag von Vorteil, denn die sich im Regen und Nebelschwaden über Rheinbach erhebende Burg-Ruine ist wirklich ein unglaublicher Anblick. Es wirkt faßt wie eine dieser typisch irischen wildromantischen Ansichten, die ich so liebe. Ich bin auf jeden Fall in meinem Element und die Strecke beginnt mir richtig zu gefallen.
An einem Streckenposten biegen wir links ab, es geht wieder Richtung Wald und bergab. Während Sascha und ich beraten, wo wir uns befinden, wir schätzen so ca. Kilometer sechs, und ob wir nicht das Tempo anziehen sollten, bekommen wir von hinten Besuch und die Entscheidung wird uns abgenommen. Team-Läuferin Andrea (Brede) hat uns eingeholt und macht uns Kerlen ordentlich Beine.
Damit sind dreiviertel unseres Teams vorne vereint und noch dazu Winni ganz vorne mit dabei.
Das Tempo ist nun ordentlich hoch, ich muß wirklich zusehen dranzubleiben. Soviel nur zu Andreas Darstellung, es wäre nett gewesen, daß wir auf sie gewartet hätten. Macht auf jeden Fall richtig Spaß so geschlossen als Mannschaft zu laufen und unter diesen Umständen den Wasserschatten der anderen zu nutzen. ;-) Sascha vorne, kurz dahinter Andrea und ich sehe zu die beiden nicht zu verlieren, so jagen wir durch den Wald Richtung Halbzeit.
Als wir den Wald verlassen gießt es richtig. Ich bin schon alleine deswegen froh, nicht alleine unterwegs zu sein, um noch den Weg zu finden. Auf jeden Fall sind wir alle klatschnaß. In meinen Saucony Fastwitches sammelt sich das Wasser. Bis Kilometer zwölf geht das nun auch so weiter, dann muß ich allerdings reißen lassen. Mit dem ganzen Wasser im Schuh verliere ich den Grip im Schuh, auf der rechten Seite merke ich nicht mehr soviel von meiner Abdruckkraft, bzw. kann sie nicht mehr in Tempo umsetzen.
Jetzt wird es erstmal einsam. Kurze Zeit später werde ich aber an der langen Steigung von einem anderen Läufer überholt und kurz darauf kommt Joe. Wir klatschen kurz ab und ich beglückwünsche ihn zu seiner Wahnsinnsaufholjagd. Er ist aber auch schon ziemlich fertig, die Steigung zieht Körner. Vor allen Dingen muß man sehen, wie man die Steigung noch hoch kommt, bei dem ganzen Wasser, daß einem von oben entgegenfließt.
Nachdem Joe abgezogen ist, wird der Rest des Laufs ein einsames Rennen. Ich nehm mir vor, die Sache jetzt noch ordentlich zu Ende zu bringen, kann ja nicht mehr weit sein. Es zieht sich aber ganz schön. Eine lange Gerade im Wald, an deren Ende man den verregneten Himmel schimmern sieht, scheint gar keine Ende nehmen zu wollen. Als ich den Waldrand erreicht habe, ist noch gut ein Kilometer über Wirtschaftswege zurücklegen, dann laufe ich ins Ziel ein.
1:27:11 ist eine gute Zeit für so eine profilierte Strecke. Und unser Team active-bonn.de Ergebnis kann sich sehen lassen:

1. Platz bei den Frauen für Andrea, mit deutlichem Vorsprung.
Bei den Männern:
3. Platz Winni
11. Sascha
14. meiner Einer
Und besonders erfreulich ist, daß ich damit bereits zum zweiten Mal in Folge meine Altersklasse gewinnen konnte.
Die Schinderei im Regen hat sich also gelohnt.


Ok, wie gewohnt meine Kurzkritik zum Lauf:
Die Startnummernausgabe war gut organsiert und verlief zügig.
Ein kleines Manko stellten die Umkleiden und Duschen dar, die in einem Container-Bau untergebracht waren. Dies ändert sich allerdings im nächsten Jahr, wenn das neue Sportplatzgebäude eingeweiht ist. Der Platz selber ist zumindest schonmal beeindruckend. Eine solch moderne Anlage hab ich noch nicht gesehen. Fast hätte man meinen können an einem Olympia-Stützpunkt zu sein.
Die Laufstrecke, bei der ich anfangs skeptisch war, hat sich wirklich gelohnt. Zumindest ein wenig kann die Strecke mit den "großen" Landschaftsläufen mithalten. Ich hoffe nur, daß die Strecke bei Sonnenschein auch so faszierend wirkt!
Die Streckenverpflegung war vorbildlich und gut positioniert.
Die Streckenmarkierung ist allerdings noch verbesserungswürdig. Zum einen fehlten die Kilometerangaben völlig, oder wir haben sie vor Regen nicht entdeckt. Zumindest alle fünf Kilometer sollte aber ein Schild stehen! Die Markierung der Strecke war aufgrund des Wetters auch etwas schwierig. Die zwar prinzipiell gut angebrachten und lesbaren Wegschilder waren aufgrund des Wetters arg in Mitleidenschaft gezogen, teilweise so geknickt, daß man sie nicht mehr entdeckt hat. Sascha ist zumindest ein paar Meter weiter geradeaus gelaufen und hat eine Kurve erst auf Zuruf von Andrea gerade noch bekommen, da fiel mir das Schild erst auf.
Schließlich fiel die Siegerehrung der Alterklassen "ins Wasser", da unter den nassen Umständen das Notebook mit den Laufdaten wohl streikte. Ich denke, das kann man verzeihen, denn die Merzbacher Trias hatten wirklich extremes Pech mit dem Wetter. Die Veranstaltung als Ganzes unter diesen Umständen noch durchzuziehen war schon keine einfache Sache.
Absolut vorbildlich aber wieder die Zielverpflegung. Ausreichend und freundlich gereicht, später sogar noch durch die Menge der Teilnehmer auf einem Tablett getragen und dargeboten, da konnte man sehen, daß die Organisation im Prinzip gut läuft.
Bleibt mir nur noch dem Tri-Team Merzbach besseres Wetter für die nächste Auflage zu wünschen! Denn das Potential zu einem echten Renner hat die Veranstaltung. Besonders die attraktive Kombination aus Halbmarathon, 10km, Walking und Schülerduathlon ist sehr interessant. Bei besserem Wetter wäre sicherlich Volksfeststimmung aufgekommen.
Mein Tipp für die nächste Auflage: Da die Veranstaltung aus dem Stadtzentrum an den Stadtrand gewandert ist, wäre es sicherlich nicht verkehrt in Rheinbach selber ein wenig Werbung zu machen. Auch war der Weg zum Veranstaltungsort nicht gut ausgeschildert. Ich denke, man sollte die Rheinbacher Bevölkerung ein bißchen näher an die Veranstaltung binden, eine Art Rheinbacher Stadtfest draus machen, vielleicht einer lokalen (Schüler-)Band die Möglichkeit geben zu spielen. Platz ist zumindest genug.

Zum Abschluß noch ein Link auf die Berichterstattung, im GA hab ich's diesmal sogar auf's Startphoto geschafft ( Winni vorne in unserer lime-green Team-Kleidung, Sascha hinten links in unserem "LocalHero" Rad-/Laufshirt, meiner Einer rechts auf gleicher Höhe im organgen Tri-Tank ).
Bericht im GA
Und dann noch ein Laufbericht von Daniel.


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