Polizei Hannover kompetent vor laufender Kamera

05 05 2011
Endlich gibt es beim ZDF mal wieder einen Rad-Rüpel Bericht! Die sehe ich immer besonders gerne, weil das ZDF ein Händchen dafür hat, bei den "kompetentesten" Polizei- und Ordnungsbehörden zu drehen.

Natürlich begehen Radfahrer Verkehrsordnungswidrigkeiten, die auch geahndet gehören, den meisten Lesern dieses Beitrags muß ich das wohl nicht erklären. Kontrollen von Fehlverhalten aller Verkehrsteilnehmer an Unfallschwerpunkten scheint daher geboten. Doch die Behörden, die am lautesten schreien, führen lieber oft medienwirksam "Fahrradschwerpunktkontrollen" durch. Und es sind gerade diese Behörden, die dann vor der Kamera nicht unbedingt firm in Sachen StVO rüberkommen.

So erinnere ich mich an einen Beitrag über die Fahrradstaffel Hamburg, die einen Radkurier wegen eines angeblichen Rotlichtverstoß durch die Stadt jagte. Der kam gerade aus einem Gebäude, sattelte auf, fuhr ordnungswidrig auf dem Gehweg bis zu einer Fußgängerfurt und fuhr dort dann bei Fußgängerot auf die Fahrbahn ein. Einen Rotlichverstoß durch Nichtbeachten der maßgeblichen Fahrverkehrsampel konnte man ihm wohl kaum vorwerfen, schließlich hatte er diese Ampel garnicht auf dem Gehweg umfahren.

Noch dicker war ein Bericht über das Ordnungsamt Berlin, die Verwarngelder für "das Tragen von Kopfhörern" verteilten. Wohlgemerkt: Es wurde niemanden vorgeworfen sein Gehör übermäßig beeinträchtigt zu haben.

Ein Bericht aus Hannover versprach direkt interessant zu werden, hörte man von der Polizei dort schon so einige fragwürdige Äußerungen. Und der erste Kompetenzbeweis folgt sofort: Ein Radfahrer wird fürs "Rollern" auf dem Pedal auf dem Gehweg rechtswidrig verwarnt. Selbstverständlich ist die Benutzung eines Fahrrads als Tretroller kein Fahrradfahren und damit auf Gehwegen auch nicht verboten. Im Gegenteil: Tretroller muß man dort benutzen. Ansonsten hat die Polizei in Hannover vermutlich viel zu tun Kinder über 10 Jahren mit Tretrollern zu verwarnen. Oder jeden Postzusteller im Haus zu Haus Verkehr.

Die nachfolgenden Fälle gingen dann voll in Ordnung. Doch dann folgte das Highlight: So die Blöße hat sich noch keine Behörde vor der Kamera gegeben. Zwei Beamte als Anhalteposten werfen einem Radfahrer einen Rotlichverstoß vor, dieser protestiert heftig, er sei doch mit dem parallelen Fahrbahnverkehr bei grün gefahren. Das kommt sogar mal den unkundigen und sonst alles abnickenden ZDF Leuten eigenartig vor und die Szenen wird im Beitrag nochmal eingespielt. Kurz darauf gestehen die beiden Polizisten ein: Sie haben gar keinen Beobachtungs- sondern nur einen Anhalteposten hinter der Kreuzung und erblöden sich von der anderen Straßenseite aus die Fußgängerampel zu beobachten, ohne auch nur einen Schimmer davon zu haben welche Ampel für den Radfahrer aus der Gegenrichtung überhaupt beachtlich ist.

Freunde der Nacht, da kann ich nur für euch hoffen, dass ihr die Anzeige zerknüllt habt, eh ihr noch vor Gericht unter Eid bezeugt einen Rotlichverstoß beobachtet zu haben! Da haben schon bekanntere "Fernsehcops" böse Erfahrungen vor Gericht mit gemacht und die kamen "nur" wegen fahrlässiger Falschaussage dran.


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Kommentare

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13 08 2011
#1 BikeBlogger (Antwort)

Oh ja... Rollern ist Fahrradfahren. Und was macht er mit "echten" Rollerfahrern? Nachschulung würde ich für den Kollegen empfehlen.
Und das Kompetenzteam, das Ampelfarben erkennen kann, ohne sie wirklich sehen zu können: Hut ab!
Allerdings: auch ich ärgere mich über Fahrrad-Rotlichtsünder, Gehwegradler. Aber die Kontrolleure sollten einfach mal geschult werden!
Gruß aus Berlin!

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