17. Bonn Triathlon

20 06 2007
501. Platz - in gut 4:25 - und glücklich

So fasse ich den 17. Bonn Triathlon zusammen. Dummerweise hatte ich mir wenige Tage vor dem Start an beiden Kleinzehen außen Blasen gelaufen. Das kommt davon, wenn man noch einen kurzen, lockeren, langsamen Lauf macht. Wie Daniel Pfeilsticker später zu bemerken wußte: "Ich sags ja: Nicht langsam laufen!"
Ein problemloser Lauf war daher eher nicht zu erwarten, die Zehen brauche ich nunmal zum Laufen. Deshalb stand ein ordentliches "finish" im Vordergrund. Besonders nachdem ich im September 2006 aus einem Wettkampf aussteigen mußte, was zwar vernünftig, aber ganz schlecht für den Kopf war.

Das Schwimmen lief besser als erwartet - hier habe ich die meiste Zeit unnötig verschenkt. Ich stellte mich den der ersten Startgruppe eher hinten auf, da ich nicht der stärkste Schwimmer bin ( 17:30min/km ). Das war jedoch zuviel der Vorsicht. Kurz nach dem Start hatte ich zwar ganz schön Orientierungsschwierigkeiten und zunächst fiel das Luftholen auch etwas schwer. Als ich jedoch erstmal eine gute Strömungslinie gefunden hatte und anfangen konnte richtig zu schwimmen, bin ich spätetens alle acht Armzüge auf langsamere Schwimmer aufgeschwommen.
Merken fürs nächste Mal: Ruhig mehr Mut zur eigenen Schwimmleistung, etwas weiter nach Vorne und mehr Orientierung im Freiwasser üben!

Das Radfahren lief weitaus schlechter als erwartet. Beim Verlassen der Wechselzone hab ich prompt mein Gel verloren. Dummer Fehler zu versuchen das in der Rückentasche mitzuschleppen, statt es irgendwo an den Rahmen zu pappen. Das Ergebnis: Ein tierischer Hungerast und ein unterirdischer Schnitt. Im Ga1/2 Training bin ich selten so langsam über die Strecke gehoppelt. Am Sassenberg war mit so schlecht, ich dachte ich kotz den Zuschauern auf die Füße. Mit gerade mal 9km/h bin ich da hochgegurkt.
Kurz danach hab ich mich dann entschlossen mich nicht mehr vom Tempo bekloppt machen zu lassen und einfach - im Rahmen des Möglichen - weiterzufahren, weil ich auf jeden Fall noch Laufen wollte. Und das würde schwer werden. Blutzucker im Keller und zu allem Überfluß noch ein paar kleine Steinchen aus der Wechselzone im Radschuh, die genüßlich meine noch nicht verheilten Blasen bearbeiteten.
Merken fürs nächste Mal: Verdammt nochmal aufs Futter aufpassen!

Der Lauf: Auf der ersten Runde ging nicht viel. Bis zur Verpflegungsstation am Oberkasseler Wassersportverein bin ich fast gurchgängig gegangen. Dort erstmal Wasser und Cola in Mengen getankt. Auf dem Rückweg hat mir ein Helfer noch ein Iso-Getränk gereicht. Die zweite Runde über konnte ich dann fast durchlaufen, wenn auch eher langsam. Die Schmerzen waren schon heftig. In der Wechselzone hatte ich noch etwas feinen Sand aufgesammelt der scheuerte wir Schmirgelpapier. Teilweise mußte ich Schlenker laufen, um den ganzen Mist im Schuh neu zu sortieren, damit mal eine andere Hautpartie geschunden wurde. Laufrunde drei wurde dann zur echten Willensprobe. Durchlaufen ging nicht mehr, wieder Gehpause und bloß nicht drüber nachdenken, wie es wohl im Schuh aussieht. Irgendwann dann wieder laufen und dann war das Ziel auch erreicht. In 1:38. Eigentlich bin ich damit sehr zufriede. 1:08 wäre unter normalen Umständen eine akzeptable Zeit gewesen. Subjektiv kam es mir vor als sei ich über 2:30 unterwegs gewesen. Nach dem Aufgabe im letzten September dachte ich nur noch ans "finishen".
Merken fürs nächste Mal: Vielleicht auch mal den Spann des Fußes in der Wechselzone vom Sand befreien wäre eine gute Idee. Das verhindert das einem die Haut der Großzehe beim Schuhausziehen schon lustig entgegen wabert.


Fazit: Stolz darauf ins Ziel gekommen zu sein, denn darum geht es in erster Linie. Alles andere kommt danach. Und ich habe für mich feststellen können, daß ich "wieder da bin", es "im Kopf noch stimmt" und ich einen Wettkampf auch noch ins Ziel bringen kann, wenn es nicht so läuft. Insgesamt ging es mir im Ziel genauso gut, wie bei einer 3:40. Nur eben meinen Füßen nicht... ;-)


Ansonsten freue ich mich natürlich für Andrea und ganz besonders für Olaf. Der ist vielleicht über die Strecke gedonnert!

Zum Wettkampf gibt es eigentlich wenig zu sagen. In der 17. Auflage hat sich nichts am Bonn Triathlon geändert: Alles perfekt. Jedes Jahr sind die Strecken nicht nur super gesichert: Nein, auch alle Helfer sind mit Herzblut dabei. Ich werde auf jeden Fall zusehen nächstes Jahr entweder zu starten oder wieder als Helfer dabeizusein.

Was mir besonders auffiel: Ich hatte den Eindruck, daß es auch mehr Zuschauer auf der Radstrecke gab. Noch kurz zum Standort Rohmühle Oberkassel: Es wurde viel gemeckert über die ewig lange Wechselzone. Begeistert hat die mich auch nicht. Allerdings muß man feststellen, daß deutlich mehr Zuschauer am neuen Standort waren, die Stimmung war super. Und auch aus Athletensicht muß ich sagen, daß der Blick von der Wechselzone auf das Siebengebirge beeindruckend war. Schon am Morgen beim Einchecken war das eine geniale Kulisse. Vielleicht kann man es einfach nie perfekt machen. Persönlich muß ich aber sagen, daß beim neuen Standort die Vorteile überwiegen. Wer nicht vor Ort war hat auf jeden Fall etwas verpaßt.


Trackbacks


Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)
Noch keine Kommentare

Kommentar schreiben


Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Um einen Kommentar hinterlassen zu können, erhalten Sie nach dem Kommentieren eine E-Mail mit Aktivierungslink an ihre angegebene Adresse.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA



Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!